Bentley, Gassibegegnungen, Leo

Gassibegegnung #1

Jeder Hundebesitzer hat wohl schon die wildesten Begegnungen auf Gassirunden hinter sich. Vor ein paar Tagen hatte ich mal wieder so eine, von der ich euch heute mal ganz kurz und knapp berichten möchte. 😀

Damit die Hunde auch mal Hunde sein können, und im Wald ohne Leine laufen können (ja, ich weiß, dass es in Deutschland eine Leinenpflicht, egal wo und wann, gibt 😉 ), gehe ich im Regelfall auf den Wegen, die fast keine Wege sind sondern eher kleine Trampelpfade, wo tatsächlich am wenigsten Fußgängerverkehr ist. So auch an dem besagten Nachmittag.

Einen Moment lang abgelenkt, weil ich Bentleys Tuch gerade zurechtgezuppelt hatte, und ein Foto machen wollte, ertönte plötzlich ein panischer Schrei und im ersten Moment dachte ich sofort „Oh, eine andere Hundebesitzerin, die Ihren Hund nicht im Griff hat und jetzt schiss hat, dass die Hunde aufeinander los gehen.“

Leo und Bentley haben sich vor dem Schrei so dermaßen erschreckt und haben sofort angefangen zu bellen. Bis ich die Frau, die diesen Schrei von sich gab, entdeckt hatte, musste ich ein paar Meter in die Richtung gehen. Die Frau lief schreiend weg, und ich meine wirklich schreiend, mit den Worten „Nehmen Sie doch die Hunde an die Leine, nehmen sie die Hunde an die Leine….“ in Endlosschleife. Lief dabei aber, natürlich, weiter schreiend weg….

Die beiden Hunde, immer noch vollkommen entsetzt, sind, natürlich, hinterher gegangen. Nicht gelaufen, aber haben sich in die Richtung bewegt, wie Hunde das eben machen, wenn Ihnen etwas suspekt ist. Ich hab die beiden angeleint und meinte, sie solle doch nicht immer weiter schreiend weglaufen, die Hunde hätten sich so dermaßen vor ihr erschreckt, dass sie selber nicht wussten wo vorne und hinten ist. Klar, sie haben ja auch nichts gemacht, außer mit ihrer Schnüffelnase im Wald zu schnüffeln, bis sie angeschrien wurde.. 😀

Die gute Dame war eine Joggerin, die furchtbare Angst vor Hunden hat. Klar, dann geht man ja am Besten so tief in den dichten Wald, dass man nicht mehr als 10 m weiter gucken kann.

Es wäre ja auch zu einfach, auf dem Hauptweg zu laufen, wo man schon fast Kilometer weit sehen kann, wenn einem jemand entgegen kommt (übrigens rufe ich die Hunde immer sofort zu mir und nehme sie an die Leine, wenn ich sehe, dass mir irgendjemand entgegen kommt, es sei denn es ist ein Hundebesitzer, der seinen Hund ebenfalls abgeleint laufen lässt, und ihn auch beim Näher kommen nicht anleint).

Hab‘ ich nicht verstanden.

Sie ist dann paaanisch mit riiiesen Abstand an uns vorbei, mit den Worten „LEINENPFLICHT, LEINENPFLICHT, LEINENPFLICHT“… 😐

Das soll jetzt übrigens nicht heißen, dass ich nicht verstehen kann, wenn man Angst vor Hunden hat.. Aber ich kann halt nicht verstehen, warum man sich dann da in den tiefsten Wald begibt.

Kann mir das vielleicht jemand erklären?? 😀
Hattet ihr schonmal ähnliche Begegnungen?

Leo, Rettungshundeausbildung

Rettungshund in Ausbildung

Ich wurde in letzter Zeit sehr häufig gefragt „Warum Rettungshundestaffel?“

Wie schon in meinem Beitrag „Leo zieht ein“ beschrieben, wollte ich damals einen Hund, mit dem ich „etwas machen kann“. Ein gemeinsames Hobby, mehr als „nur“ spazieren gehen. Agility oder sonstiges fiel schnell weg, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass uns das großartig Spaß bringt.

Ich habe dann an solche Sachen wie Begleithundeprüfung etc. gedacht, und mir eigentlich auch schon vorgenommen, so etwas zu machen, bis ich durch Zufall in unserer Hundeschule davon erfahren habe, dass wir in unserem Ort eine Rettungshundestaffel haben! Zwei Wochen vorher hatte ich tatsächlich sogar explizit danach geoogelt, aber nur in der 40 km entfernten nächsten größeren Stadt etwas gefunden, was mir persönlich neben Arbeit zu viel Fahrerei gewesen wäre.

Ich habe noch am selben Tag Kontakt mit der Staffelleitung aufgenommen und für den kommenden Mittwoch den „sich angucken“ Termin vereinbart. Da ich mich schon lange im Voraus damit beschäftigt habe, wusste ich natürlich, dass die eventuelle Entscheidung, dort mitzumachen, natürlich auch bedeutet, dass das ein sehr zeitintensives Hobby sein wird.

Gesagt, getan. Den Mittwoch habe ich das erste Mal dort „mitgemacht“ und ich muss sagen ich war sofort total begeistert. Für mich war nach dem ersten Mal schon klar, dass ich das mit Leo machen möchte. Das war übrigens am 14.03.2018. Nun haben wir schon Mitte Juli, wir sind immer noch begeistert dabei, Leo macht super Fortschritte, hat Spaß daran, ist ausgeglichen und vor allem das Ziel, irgendwann mal Menschen damit helfen zu können ist das, was mir so gut gefällt.

Leo wird zum Flächensuchhund ausgebildet, das heißt er muss jeglichen menschlichen Geruch auf der zu durchsuchenden Fläche aufnehmen, im Besten Fall einen Menschen finden und dann anzeigen (Leo durch verbellen, da gibt es aber verschiedene Anzeigearten), dass er jemanden gefunden hat.

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Auf diesem Blog werde ich euch natürlich auch weiterhin mit auf unsere Reise bis zum ausgebildeten Rettungshund mitnehmen! (Was aber übrigens ca. 2 bis 3 Jahre dauern wird.) 😀

Leo

Leo zieht ein

Mein Plan einen zweiten Hund zu adoptieren, damit Bentley immer einen Spielkameraden hat, steht schon seit ungefähr Ende 2016. Mitte/Ende 2017 haben wir uns mit dem Thema intensiver beschäftigt, weil Bentley das Alleine-sein mit zunehmendem Alter schwerer fällt, es aber immer so sein wird, dass er täglich für ein paar Stunden zu Hause sein muss.

Zudem wollte ich gerne, nachdem ich meinen Sport kurz vorher, nach 14 aktiven Jahren, aufgegeben hatte, einen Hund, mit dem „man was machen kann“. Der gerne lernt, der Spaß an „Arbeit“ hat. Bentley ist eher so der Kandidat „einfach da sein“. Hört auch gut, aber mehr als Sitz, Platz, und gerade noch so Pfötchen, wollte er nie lerne. Er hatte da schlichtweg keine Lust drauf, eine Rolle zu machen, Männchen zu machen oder sich auf Kommando tot zu stellen. Trotzdem kann ich ihn überall gut ableinen, ohne Angst haben zu müssen, dass er ausbüxt. Selbst wenn ein Hase gesichtet wird, ist er abrufbar. 🙂

Dann begann die Suche nach der „richtigen“ Rasse, bzw. dem richtigen Hund. Da ich schon mit so vielen verschiedenen Rassen, auch längeren, Kontakt hatte, konnte ich viele schon von Anfang an ausschließen.
Ich bin ehrlich gesagt kein großer Freund von reinrassigen Hunden, weshalb ich mich auch hier wieder mehr nach Mischlingen oder Rassen, die noch nicht so fürchterlich überzüchtet sind, umgesehen. Unter anderem stand da der Magyar Vizsla auf der Liste ganz oben.

Nach ein wenig Recherche ist mir ein 8 Monate alter, reinrassiger, Magyar Vizsla aufgefallen, der „aus familiären Gründen“ abzugeben war. Ich habe ziemlich schnell mit den Besitzern einen Termin zum kennenlernen vereinbart, (vor allem auch mit Bentley, denn was bringt es, wenn die beiden sich hinterher nicht verstehen) der leider kurz vorher von deren Seite wieder abgesagt wurde.

Da wir ja keinen Druck hatten, habe ich das Thema Zweithund erstmal wieder ein bisschen schleifen lassen, bis ich morgens aufgewacht bin und mir direkt euphorisch das Handy ins Gesicht gedrückt wurde „Hier schau mal! Das ist doch so einer, wie der, den wir uns anschauen wollten! Was ist denn mit dem? Schreib die doch mal an, dann schauen wir uns den an!“
WOW! Ich muss zugeben so wurde ich noch nie wach. Und so euphorisch, wegen eines Hundes (!!), war mein Freund auch bis dato selten.
Nachdem ich dann auch irgendwann ganz wach war, sah ich mir die Anzeige an:
Ein 12 Wochen alter Magyar Vizsla x Labrador Mischlingswelpe. Zuckersüß! (Bei meinem Freund ist der Vizsla tatsächlich (trotz gaaar keiner Hundeerfahrung, außer der 3 Jahre, die er Bentley, seit er mit mir zusammen ist, hat) im Kopf hängen geblieben. Ich war, bzw bin, tatsächlich ganz schön stolz auf ihn. :D)
Nach einer halben Stunde nachdenken schrieb ich die „Züchter“, die nur 20 km von uns entfernt waren, tatsächlich mal an, und vereinbarte für denselben Tag noch einen Termin.
Tja.. Was soll man sagen. Ich war schon, nur von den Fotos, vorher total verliebt. Als wir das kleine Fellknäuel dann live erlebt haben, war es um mich (uns, das darf ich aber nicht so sagen :D) geschehen. 🙂

Nachdem wir eine Nacht drüber geschlafen haben, alles geklärt hatten mit täglicher Betreuung in der Anfangszeit, wenn wir arbeiten müssen etc., haben wir den kleinen frechen Rüden noch am nächsten Tag (am 12.11.2017) abgeholt.

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Zwei Tage war er quasi ohne Namen, und dann stand fest: Leo von Leo Löwenherz, da er sich, vor allem als er wirklich noch ein Baby war, bewegt hat wie ein kleines Löwenbaby.