Leo, Urlaub mit Hund

Segeln mit Hund #1

Die Tatsache, dass ich, seit ich mit meinem Freund zusammen bin, auch mit einem Segelboot (eine Neptun 22) zusammen bin, hat mich vor drei Jahren das erste Mal zum Segeln gebracht.

Zwei Jahre Urlaub mit dem Boot liegen nun hinter mir und ich muss sagen, vor allem beim zweiten Mal, begleitete der Gedanke „Oh wie schön es jetzt wäre, wenn der Hund mit könnte.“ mich tatsächlich ziemlich häufig.

Da Bentley allerdings nie so begeistert war, auf einem Boot zu sitzen oder gar auf einen Steg zu gehen, habe ich nicht drüber nachgedacht ihn mitzunehmen. Wenn der Hund zwei bis drei Wochen nur Stress hat macht es ja auch keinen Spaß.

Als wir Ende letzten Jahres aber Leo bekommen haben, und er sich mehr und mehr zu einer Wasserratte entwickelt hat, stand fest, dass wir das mit Leo auf jeden Fall ausprobieren wollen.

Ursprünglich war geplant, dass wir das an einem Wochenende testen, da unser Boot in diesem Jahr für die gesamte Saison in Echtenerbrug, Holland, ca. 200 km von uns zu Hause, in einem kleinen Hafen liegt. Wie das immer so ist, es hat natürlich nicht geklappt und so standen wir vor der Entscheidung ihn entweder direkt mit in den langen Sommerurlaub zu nehmen, oder ihn zu Hause zu lassen. 

Wir haben ihn mitgenommen (klar, sonst würde es diesen Beitrag ja nicht geben 😀 ) aber, vor allem die gesamte Hinfahrt, war begleitet von dem Gedanken „Klappt das alles? Springt Leo alleine aufs Boot? Wenn nicht, wie tragen wir ihn rauf und wieder runter, bei seinen mittlerweile 30 kg? Wie findet er das Motorgeräusch? Wie findet er es, wenn die Segel flattern? Was macht er, wenn das Boot Kränkung bekommt? Kläfft er nachts rum, wenn jemand durch den Hafen läuft?“

Ich muss sagen ich war am ersten Abend schon total geflasht, wie gut er das, trotz dass er noch nie auf einem Boot war, gemacht hat.

Als wir das Boot soweit fertig beladen hatten, und auch sonst alles vorbereitet war, haben wir ihn mal vorsichtig vorne aufs Boot gesetzt. Er fand es komisch, war angespannt, hat sich aber relativ schnell akklimatisiert und sich dann selbstständig auf dem Boot bewegt. Bevor ich ihn wieder mit runter heben konnte ist er schon selber wieder herunter gesprungen. Kurze Zeit später ist er auch selber und freiwillig wieder drauf gesprungen. Ich konnte es gar nicht glauben ehrlich gesagt, weil das ein- und aussteigen ins Boot selbst mir oft noch so unsicher ist. 😀

Den ganzen Abend ist er immer wieder vorne rauf und runter gesprungen und hat sich sogar zum Schlafen lieber auf das Boot gelegt, als im Gras am Steg zu liegen. 🙂

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Für die Nacht sollte er mit unter Deck, was die nächste Herausforderung war. Hinten rein zu springen ist schwieriger, weil er den „Boden“ wo er hin springen muss, nicht sofort sehen kann. Wir haben ihm eine notdürftige Gangway gebaut und dann ist er im wahrsten Sinne des Wortes an Board gekrabbelt. Hat sich drauf gelegt und ist Stück für Stück rüber gerobbt. 😀

Die nächste kleine Hürde war das direkte unter Deck springen, weil die Treppe dort sehr steil ist.
Das letzte Stück ganz unter Deck musste ich ihn tatsächlich tragen, weil ihm das überhaupt nicht geheuer war. Die erste Nacht haben wir im Heimathafen Echtenerbrug verbracht, unter anderem weil ich abwarten wollte, wie er sich macht und ich die Option haben wollte ihn ansonsten wieder nach Hause, bzw. zu der Urlaubsbetreuung, bringen zu können. Das habe ich vorher schon alles abgeklärt, damit wir da keinen Druck haben und Leo sich nicht quälen muss, wenn es ihm gar nicht gefällt.

Die erste Nacht hat allerdings auch alles wunderbar und ohne Probleme funktioniert, sodass wir relativ früh morgens an Tag 2 los konnten nach Balk. Dort mussten wir eine Motorinspektion machen lassen, der einzige „Termin“ in diesem Urlaub.

Ich glaube ich war mal wieder nervöser als der Hund. Er war total neugierig und interessiert (am Besten fand er natürlich die ganzen Möwen, die er zu seinem Ärgernis nicht jagen konnte) und hat sich am Ende sogar einfach hingelegt und sich entspannt. 🙂 So soll’s sein im Urlaub!

Was uns allerdings allen zu schaffen gemacht hat war die Hitze. 30 bis 35 °C, wir fühlten uns wie im Süden! 😀

Wir haben uns alle gefreut, als wir an unserem Hafen, den wir nach dem Inspektionstermin angesteuert haben, direkt einen Strand hatten. Leo hat sich erstmal ins Wasser gelegt, gefühlt 20 Liter getrunken, und war einfach nur happy. Man hat es ihm richtig angemerkt, wie gut es ihm tat (uns menschlichen Wesen natürlich auch 😀 ). Im Anschluss sind wir alle nur noch in ein Café im Schatten geflüchtet und haben einfach das schöne Wetter und die Tatsache, dass alles die ersten Stunden so gut geklappt hat, genossen. 🙂

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Leo war fix und fertig und hat sich abends keinen Millimeter mehr bewegt.

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