Bentley

Diagnose Bandscheibenvorfall

Hallo ihr Lieben!

Heute möchte ich euch von unserem, doch ziemlich holprigen, Start ins Jahr 2018 berichten.

17.01.2018
Mit einer Nachricht per WhatsApp fing alles an: „Bentley bewegt sich heute kaum und zittert seit 2 Stunden ganz doll.“ Sie kam kurz bevor ich Feierabend hatte. Als ich Bentley geholt habe, war er tatsächlich nicht gut zufrieden. Er zitterte, hat sich gekrümmt und ich habe sofort Bauchschmerzen vermutet. Da es bis dahin schon kurz nach 18 Uhr war bin ich zum tierärztlichen Notdienst im Ort nebenan gefahren, was sich hinterher als das einzig falsche herausstellte, aber nunja.. Hinterher ist man immer Schlauer, oder wie heißt es so schön?!
Nach einer Spritze gegen die Schmerzen, ausdrücken der Analdrüse (Warum?!) und dem Satz „Sollte morgen wieder besser sein“ wurden wir nach Hause geschickt. Diagnose: Bauchschmerzen, nachdem ich gesagt habe „Ich hab‘ das Gefühl, er hat vielleicht Bauchschmerzen?“. Wenn das so ist, wieso bin ich dann nicht Tierarzt geworden?!

Tja .. Zu Hause angekommen standen überraschenderweise ein paar Leute vor der Tür, die meinen Geburtstag (ja, der war auch am selben Tag) mit mir feiern wollten. Mit Bentley wurde es im Laufe des Abends überhaupt nicht besser.. Als er gegen 23 Uhr von seinem Sessel, auf dem er bis dahin immer geschlafen hat, heruntergesprungen ist, und auf seinen Hinterbeinen total wackelig war, war ich mehr als besorgt, wollte aber die Nacht abwarten.

18.01.2018
Am nächsten Morgen aufgewacht konnte Bentley kaum noch auf seinen Hinterbeinen stehen, geschweige denn laufen. Sobald man ihn an einer Seite angestupst hat, ist er zusammen gesackt. Ich musste leider zur Arbeit, habe aber sofort organisiert, dass Mama mit ihm zum Tierarzt fährt. Zu dem Tierarzt meines Vertrauens, bei dem ich bisher immer war, der mich anrufen sollte, sobald er sich Bentley angeschaut hat. Der Anruf war furchtbar. Bentley dürfe heute nicht mehr transportiert werden und solle bei meiner Mama bleiben, er vermutet, bzw hofft, dass er einen Bluterguss am Rücken hat, wolle ihn am nächsten Tag wieder sehen. Wenn es dann noch nicht deutlich besser ist, müsse Bentley geröntgt werden. Weil mir ab dem Zeitpunkt klar war, dass das eine längere Geschichte ist, habe ich mir direkt für den nächsten Tag Urlaub genommen, um selber mit ihm fahren zu können.

19.01.2018
Der Morgen darauf war überhaupt nichts besser, sodass wir gar nicht lange nachgedacht haben, und zu einer Praxis im nächsten Ort gefahren sind, um Röntgenbilder machen zu lassen.
Die Tierärztin hat ihn nochmal untersucht, festgestellt, dass kein Stellreflex und auch sonst nur noch wenig eigene Bewegung der Hinterläufe vorhanden war.
Das Ergebnis der Bilder war ebenfalls ernüchternd. Krumm wie eine buckelige Katze, er hat seinen Rücken überhaupt nicht mehr gerade machen können. Die Bandscheibe zwischen Lenden und Brustwirbelsäule hat sich verschoben und drückte auf den Rückenmarkskanal, weshalb die Nerven eingeklemmt waren. Zusätzlich wurde Spondylose diagnostiziert, die jedoch zum aktuellen Zeitpunkt noch keinen Ärger macht, und Auslöser der Lähmung ausschließlich der Bandscheibenvorfall ist.
Fest stand jetzt, dass nur noch eine OP ihm helfen könnte. Auf die Frage „Wie sinnvoll ist diese OP?“ antwortete die Tierärztin nur „Dazu kann ich Ihnen hier nichts sagen, dass können Ihnen nur die Ärzte aus der Klinik sagen.“
Ab dem Zeitpunkt habe ich mich tatsächlich auch auf die Tatsache, dass er vielleicht erlöst werden müsste, eingestellt. Ein furchtbarer Gedanke, mit dem wir zur Klinik gefahren sind. In der Klinik angekommen waren wir zuerst erstaunt, von der Größe und der Optik. Eigenes Tumorzentrum und solche Dinge. Alles super gepflegt und man wurde toll aufgenommen. Lange warten mussten wir auch nicht, und nach einer kurzen Untersuchung war dem Arzt klar, dass eine OP auf jeden Fall sinnvoll ist, die Heilungschancen sehr hoch sind aber auch zeitnah, also am selben Tag, operiert werden muss. Nachdem er uns über die hohen Kosten informiert hat, war für uns trotzdem klar, dass wir es versuchen. Er ist ja nunmal erst 5 und sein Kopf funktioniert doch noch.. Warum also einschläfern?! Und wenn er einen Hunderollstuhl bekommen muss..
Plötzlich ging alles ganz schnell, eine Tierarzthelferin kam, nahm Bentley auf den Arm und war schon fast mit ihm verschwunden. Der TA würde sich nach der OP melden… Und dann vergingen Stuuuuuunden. Um 14 Uhr haben wir die Klinik, ohne Bentley, verlassen. Der erlösende Anruf, dass alles gut gelaufen sei, kam um 22 Uhr abends. Die lange Wartezeit hat uns wahnsinnig gemacht..
Ein Stück des Wirbelkörbers wurde entfernt, ein Loch hineingebohrt um zur Bandscheibe vorzudringen, und deren Flüssigkeit abzusaugen, damit der Druck auf das Rückenmark verschwindet.
Nun sollte er noch vier bis fünf Tage dort bleiben, um zu schauen, ob sich alles gut regeneriert, anrufen darf ich jeden Tag zwischen bestimmten Uhrzeiten, um mit dem Arzt zu sprechen, wie er sich macht.

20.01.2018
Trotz meines Geburtstagsbesuches telefonierte ich mittags mit der Klinik, die sehr zufrieden mit den ersten, nicht ganz, 24 Stunden nach der OP waren. Er kann selbstständig Urin absetzen, was wohl nach dieser Erkrankung scheinbar nicht immer so selbstverständlich ist und eine minimale Besserung bezüglich Bewegung der Hinterläufe war auch schon zu erkennen. Es war Glück, dass wir so schnell erkannt haben, was er hat und er so schnell operiert wurde.

21.01.2018
Weiterhin sehr gute Verbesserung. Er wusste wahrscheinlich, dass er schnell wieder nach Hause kommt, wenn er Fortschritte macht. 😀

22.01.2018
Unerwartet kam gegen Mittag ein Anruf aus der Klinik, dass Bentley schon am dritten Tag nach OP nach Hause darf! Er hat sich sehr gut entwickelt. Nun musste ich nur noch in der Firma klären, dass ich spontan eine Woche Urlaub bekomme, um die Krankenpflegerin für Bentley zu machen. Er sollte sich erstmal so wenig wie möglich, und wenn dann kontrolliert mit Unterstützung, bewegen und Physiotherapie bekommen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich mit dem Thema Physiotherapie für Hunde vorher noch nicht so beschäftigt habe.
Die Zeit war anstrengend. Leo war zu dem Zeitpunkt vier Monate alt, und wollte nunmal auch beschäftigt werden. Vor allem hat er nicht verstanden, wieso er plötzlich nicht mehr mit seinem kleinen Kumpel spielen darf/kann.

Zum Glück hat er total schnell Fortschritte gemacht, konnte nach zwei Wochen schon wieder fast alleine langsam gehen ohne umzukippen und immer wegzuknicken.

Heute, nach fast genau 6 Monaten, bin ich mehr als froh, dass wir diese, ja ziemlich teure, OP haben durchführen lassen. Zwar macht man sich nun durch den Zufallsbefund der Spondylose auch jeden Tag Gedanken, wie lange es wohl dauert, bis ihn das beeinträchtigt, und er hat auch von dem BSV noch Beeinträchtigungen, die wohl immer bleiben werden, aber er kann damit gut leben, hat keine Schmerzen und ist glücklich.
Er tobt wieder mit Leo, fordert ihn selbstständig zum Spielen auf, rennt bei Spaziergängen genauso durch den Wald und über die Wiesen wie vorher, nur dass er halt ab und zu mal hinfällt und halt seine Hinterläufe nicht mehr immer so kontrollieren kann, wie er das gerne hätte.

Habt ihr mit euerm Hund schonmal ähnliche Krankheitsgeschichten erlebt? Ich freue mich auf eure Erzählungen! 🙂

 

Ein Gedanke zu „Diagnose Bandscheibenvorfall“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s